Sprache

Wir richten uns mit unseren Büchern an ein breites und vielfältiges Publikum. Wir wollen vermeiden, dass unsere Bücher durch eine Szene- oder akademische Sprache nur bestimmten Kreisen verständlich sind. Deswegen bemühen wir uns, eine allgemeinverständliche Sprache zu verwenden. Gleichzeitig wollen wir sprachliche Diskriminierungen, die in der Alltagssprache anzutreffen sind, weitgehend vermeiden. In dem Bemühen, diese beiden Ansprüche zu verbinden, sind wir offen für Experimente und Ideen und werden verschiedene Wege ausprobieren. Wir begreifen dies als einen offenen Prozess und hoffen, dass sich viele daran beteiligen.

Auf dieser Homepage benutzen wir häufig die folgende Schreibweise mit Unterstrich: Autor_innen. >> Erklärung auf Wikipedia

Unsa Haus – Erklärung v. Rita Macedo und Ben Böttger

Erklärung von Rita Macedo und Ben Böttger zum nichtnormativen Kinderbuch Unsa Haus von 2008:

Titel der ersten Auflage von 2009

Die Idee für dieses Buch entstand in einer Reihe von Gesprächen, während derer uns auffiel, wie ausschließend und normativ Kinderliteratur üblicherweise ist: Die meisten Kinderbücher reproduzieren normative Vorstellungen und stereotype Vorannahmen, anstatt sie kritisch zu hinterfragen. Diese Vorannahmen sind in unserer Gesellschaft überall präsent und beeinflussen/beeinträchtigen uns alle ab der frühesten Kindheit. Um zu einer offeneren Gesellschaft beizutragen, sollten wir alle mit diesen Vorannahmen brechen, indem wir sie gemeinsam reflektieren und unseren Horizont erweitern.

Unserer Meinung nach sollten Themen nicht von Kindern ferngehalten werden, nur weil sie angeblich „zu jung“ sind, um mit Situationen, Familienmodellen, Genderkonzepten, sexuellen Orientierungen, etc. in Berührung zu kommen, die konventionellerweise als „unüblich“ oder „außerhalb der Norm liegend“ betrachtet werden.

Dass solche Situationen und Lebensmodelle in unserer Gesellschaft existieren, macht es nicht nur erforderlich, diese als gleichwertig zu begreifen und zu beschreiben, sondern auch, sich für weniger diskriminierende Einstellungen einzusetzen. Das bedeutet, ihnen mit der gleichen Selbstverständlichkeit zu begegnen, wie den konventionalisierten, angenommen „üblichen“ Modellen.

Deshalb haben wir beschlossen, in unseren Geschichten nicht die „Besonderheit“ von marginalisierten Identitäten, Lebensmodellen, etc. herauszustellen, wie es häufig geschieht, wenn ein antidiskriminierender Ansatz verfolgt wird. Sie werden vielmehr als selbstverständlicher Bestandteil der gemeinsamen Realität betrachtet. Sie sind Teil des alltäglichen Lebens und werden folglich auch als solche dargestellt.

Vor diesem Hintergrund merken wir an, dass dieses Buch nicht einfach nur zum Lesen da ist. Vielmehr hoffen wir, dass es Fragen aufwirft, Erklärungen erforderlich macht und Diskussionen anregt – mit und unter Kindern.

Transmasculinities 2011

Pictures From Beyond the Malestream

Pünktlich zum Oktober 2010 erschien TRANSMASCULINITIES 2011 – Pictures from Beyond the Malestream: Ein Fotokalender mit Portraitaufnahmen.

Der Kalender umfasst 16 Seiten und enthält 24 farbige Portraits, fotografiert von Finn Ballard. Auf zwei Seiten stellen sich die Models mit Schwarz-Weiß-Bildern und kurzen Texten vor. Als besonderes Extra gibt es ein farbiges Poster mit sieben weiteren Portraitaufnahmen, das ganzjährig die Küche zieren oder über dem Bett hängen kann.

Der Kalender umfasst 16 Seiten und enthält 24 farbige Portraits, fotografiert von Finn Ballard. Auf zwei Seiten stellen sich die Models mit Schwarz-Weiß-Bildern und kurzen Texten vor. Als besonderes Extra gibt es ein farbiges Poster mit sieben weiteren Portraitaufnahmen, das ganzjährig die Küche zieren oder über dem Bett hängen kann.

Dieser Kalender feiert das glitzernde Universum vielfältiger geschlechtlicher Identitäten und Ausdrücke jenseits des männlichen Mainstreams.

Auf den Fotografien Finn Ballards werden aus alltäglichen Menschen an alltäglichen Orten Persönlichkeiten, die den Blick festhalten. Die Bilder enthalten eine Spannung, die die Individualität der abgebildeten Personen unterstreicht und zugleich deutlich macht, dass es sich bei ihnen um selbstbewusste Akteure und nicht um Objekte ihrer Umwelt oder der Betrachtenden handelt. Es entsteht der Eindruck von Intimität, ohne dass die Models entblößt wirken oder ihre sichere Distanz zu den Betrachtenden verlieren. Dadurch, dass die Integrität der abgebildeten Personen gewahrt bleibt und sie die Betrachtenden aus ihrer eigenen Welt heraus anschauen, schafft Finn Ballard intensive Momente der Interaktion zwischen seinen Portraits und den Betrachtenden.

Finn Ballards Anliegen, durch seine Portraitkunst TRANSMÄNNLICHKEITEN sichtbar zu machen, eröffnete dieses Projekt. Organisatorisch unterstützt wurde es von Ben Böttger und Ina Schneider (NoNo Verlag), LCavaliero Mann und Micky. Das Konzept und die endgültige Form des Kalenders sind aus einem kreativen Gruppenprozess entstanden, an dem Models und Fotograf gleichermaßen beteiligt waren, und der ohne die Hingabe und Leidenschaft aller Beteiligten nicht möglich gewesen wäre.

Für Restexemplare bitte direkt beim NoNo Verlag nachfragen.

Rezensionen

Inter

Erfahrungen intergeschlechtlicher Menschen in der Welt der zwei Geschlechter

Elisa Barth, Ben Böttger, Dan Christian Ghattas, Ina Schneider (Hg.)
ISBN 978-3-96042-028-6

Dieser Band bringt Texte und Kunstwerke von intergeschlechtlichen Menschen aus verschiedenen Regionen der Welt zusammen, ergänzt um ausgewählte solidarische Texte.

Dreizehn Autor_innen geben mit ihren Texten Einblicke in ihre Erfahrungen in mehr als zehn verschiedenen Ländern (Argentinien, Australien, Costa Rica, Deutschland, Schweden, Serbien, Südafrika, Taiwan und der Türkei, wobei die Autor_innen teilweise auch ihre Lebenserfahrungen aus weiteren Ländern einbringen). Dazu sind im Buch Gemälde und Fotos von drei inter* Künstler_innen, ebenfalls aus verschiedenen Ländern, zu sehen.

Als Herausgeber_innen haben wir uns bemüht, mit einer Einleitung, einem Glossar und einem Ressourcen-Teil weitere Informationen zu liefern, die für ein Verständnis der aktuellen gesellschaftlichen und politischen Situation in Deutschland und eine weitere Auseinandersetzung mit dem Thema hilfreich sind.

Die meisten Beiträge thematisieren persönliche Erfahrungen, viele darüber hinaus den Aktivismus, mit dem die Autor_innen für ihre Rechte und gesellschaftliche Anerkennung kämpfen. Rechtliche Fragen sowie die Rolle der Medizin werden ebenfalls behandelt.

Das Buch entstand vor dem Hintergrund, dass intergeschlechtliche Menschen bis heute fast überall auf der Welt vielfältigen Menschenrechtsverletzungen, Gewalt und Diskriminierung ausgesetzt sind. Auch von diesen traumatischen Erfahrungen und ihren Folgen berichten die Texte und Bilder. In erster Linie zeichnen sie sich jedoch durch ihren Mut und ihre Stärke aus und durch die positive Einstellung, mit der die Autor_innen und Künstler_innen ihren Weg gehen und ihre Kämpfe führen.

Die Entstehung des Buches wurde finanziell von der Dreilinden gGmbH, der Hannchen-Mehrzweck-Stiftung und dem Gunda-Werner-Institut in der Heinrich-Böll-Stiftung gefördert.

Rezensionen

Trans*_Homo

Differenzen, Allianzen, Widersprüche.
Differences, Alliances, Contradictions.

Justin Time, Jannik Franzen (Hg.)
ISBN: 978-3-96042-027-9

Alle Texte sind auf Deutsch sowie auf Englisch im Buch enthalten.

All texts in this book are printed both in German and in English.

„Wunderschön gestaltet, abwechslungsreich und unterhaltsam zu lesen und vor allem ein wichtiger Beitrag um das „stumme T“ endlich auszusprechen. Sehr empfehlenswert für diejenigen, die sich erst wenig mit Trans* beschäftigt haben, denn mensch bekommt hier begriffliche, historische und juristische Informationen und vor allem einen Eindruck von den Lebenswirklichkeiten von Trans*Personen.“ (Aus der Rezension bei AVIVA).

Einblick in das Buch als PDF (0,3 MB)

„Also früher warst Du lesbisch, und jetzt bist Du schwul?“

Verwirrende Fragen wie diese greift Trans*_Homo auf. Der Fokus liegt dabei auf der Leerstelle: dem _Gap_ zwischen den Kategorien.

Trans* ist ein Oberbegriff für Menschen, die ihr Geschlecht anders definieren, als es ihnen bei der Geburt zugewiesenen wurde. Der Stern * dient als Platzhalter für ein breites Spektrum von Identitäten, Lebensweisen und Konzepten, auch solchen, die sich geschlechtlich nicht als Mann oder Frau verorten (lassen) möchten.

Der Sammelband entwirft ein Wechselspiel zwischen Kunst, Aktivismus und Wissenschaft. Trans*_Homo diskutiert Gemeinsamkeiten und Unterschiede, Ein- und Ausschlüsse zwischen trans*, schwul und lesbisch und untersucht Lebensrealitäten in den Feldern Sprache, Recht und Medizin.

Künstlerische Arbeiten und ergänzende Texte sprechen aus Trans*Perspektiven. Aus diesen wird der Blick zurückgeworfen sowohl auf Wissenschaft und Gesellschaft als auch auf schwul-lesbische Räume und die Frage, ob und wie Trans* sich selbst in diesen Räumen verorten wollen.

Mit Beiträgen von: Adrian de Silva, Anja Weber, Anna Heger, Anthony Clair Wagner, Dean Spade, Del LaGrace Volcano, eddie gesso, Hans Scheirl, Ins A Kromminga, J. Jackie Baier, Jakob Lena Knebl, Jannik Franzen, Jason Elvis Barker, Jens Borcherding, Justin Time, Nathan Gale, Minette Dreier, Persson P. Baumgartinger, Rainer Herrn, Risk Hazekamp, Sabine Ercklentz, Sandra Alland, Sara Davidmann, Simon Croft, Susan Stryker, Tom Weller, Toni Schmale, Trystan Cotten, Ulrike Klöppel u.a.

Der Sammelband wurde anlässlich der Ausstellung Trans*_Homo. Von lesbischen Trans*schwulen und anderen Normalitäten (August – November 2012 im Schwulen Museum Berlin) veröffentlicht.

Rezensionen

Raumschiff Cosinus

Der Bordcomputer hat die Schnauze voll

Tanja Abou
ISBN: 978-3-96042-029-3

Ein Kinderbuch zum selbst Lesen und Vorlesen.
Empfohlen ab 6 Jahren.
Durchgängig farbig illustriert mit Zeichnungen von Tanja Abou.

Raumschiff Cosinus ist eine Science-Fiction-Geschichte für Kinder, Erwachsene, Kosmonaut_innen und alle Neugierigen, die in verschiedener Hinsicht Stereotype aufbricht.

Vier liebenswerte und sehr unterschiedliche Wesen treffen auf dem Planeten Magentos aufeinander, weil im Raumschiff Cosinus der Bordcomputer streikt. Das Buch setzt einen nichtnormativen Anspruch in Bezug auf Gender und Geschlecht um, indem es vollständig auf die Verwendung von geschlechtseindeutigen Pronomen und anderen Bezeichnungen verzichtet, die Figuren also keinem Geschlecht zuordnet und sie somit nicht festlegt.

Cpt_Cosmo und Wuschel, die sich zu Beginn der Geschichte zu zweit im Raumschiff wähnen, treffen bei ihrer überraschenden Landung auf Magentos Nimb und lernen im weiteren Verlauf Bordcomputer MICZ kennen. Unflugdrache Nimb ist gerade erst geschlüpft und kann sich jetzt eine Familie aussuchen – so ist es bei Unflugdrachen üblich. Die Raumschiffgemeinschaft wird Nimbs Wahlfamilie, in der es Wohlwollen und Geborgenheit, aber auch Konflikte gibt.

Die Geschichte kreist schwerpunktmäßig um die Frage, wie Arbeit verteilt wird. Wer sorgt dafür, dass alles funktioniert und welche Anerkennung gibt es dafür? Der Bordcomputer des Raumschiffes erhält tagein tagaus Befehle, wird aber nie gewartet. Also tritt MICZ in einen Streik, im Zuge dessen sich Cpt_Cosmo ein paar andere Fragen stellen lassen muss: Warum merkt nur Wuschel, dass ein Pflaster gebraucht wird, oder MICZ dringend abgestaubt werden sollte und flitzt los, um die nötigen Handgriffe zu tun? Wieso konnte sich Cpt_Cosmo bisher den Blick in das Handbuch des Raumschiffes sparen? Ist es fair, dass jemand erst meckern muss, um angemessen behandelt zu werden, und warum fühlt sich das dann doof an?

Raumschiff Cosinus wirft wichtige Fragen auf, anhand derer mit Kindern über Strukturen geredet werden kann, wie sie sie selbst auch um sich herum entdecken können, im Kleinen wie im Großen. Vor allem aber zeigt Raumschiff Cosinus, dass es nicht zu spät ist, einen Fehler einzusehen und es besser zu machen. Dass eine Beschwerde ernst genommen und vernachlässigte Bedürfnisse erfüllt werden können und am Ende die Gemeinschaft um ein paar Freundschaften reicher ist. In der Geschichte haben Streit und Streik genauso Platz wie lange Gespräche unterm Sternenhimmel und gemeinsames Kakao-Trinken.

Rezensionen

Unsa Haus

und andere Geschichten

Ben Böttger, Rita Macedo u.a.
ISBN: 978-3-96042-030-9

Fredi, Liam, Dani, Alex und Fatma entdecken an einem Herbstnachmittag ein verlassenes Haus und fangen sofort an, Zukunftspläne zu schmieden. Was wollen die Kinder mit dem Haus machen? Wozu braucht Alex einen LKW? Warum will Liam ein Labor haben? Und welche Ideen und Träume haben Fredi, Fatma und Dani?

In sechs illustrierten Geschichten lernen wir die Freundinnen und Freunde kennen. Wir sind dabei, wenn sie ein verlassenes Haus entdecken, erfahren etwas über Fredis Träume und Alpträume und wie Liam einen Sonntag mit seinem Vater verbringt. Wir erleben, wie Dani unerwartete Geschenke bekommt, wie Alex bei ihrer Schwester einzieht und wie die Kinder bei Fatma eine Party vorbereiten. Dies sind Geschichten über den Alltag unserer fünf Freund_innen zu Hause und draußen, ihre Abenteuer und Phantasien, aber vor allem über ihre Freundschaft!

„Unsa Haus“ eignet sich nicht nur zum gemeinsamen Lesen und Vorlesen, sondern will auch Fragen aufwerfen, Erklärungen erforderlich machen und Diskussionen anregen – mit und unter Kindern. Die Geschichten sind in einer realistischen Großstadtumgebung angesiedelt und mit anspruchsvollen aber kindgerechten Collagen aus Fotos und Zeichnungen illustriert.

Mit „Unsa Haus“ zeigen die Autor_innen ein breites Spektrum von Familienkonstellationen, Lebenssituationen und -entwürfen, Identitäten, Hintergründen und Orientierungen als gleichwertige Normalität. Dieses Buch will Kinder ermutigen, Umgebungen zu finden, in denen sie so sein können, wie sie sind, anstatt sich auf eine Weise anzupassen, die ihrem Selbst widerspricht. Darum nimmt es utopisch vorweg, was es anstrebt: die selbstverständliche Wertschätzung unterschiedlicher Lebensentwürfe, Hintergründe und Identitäten.

Erklärung der Autor_innen Rita Macedo und Ben Böttger von 2008

Rezensionen