Das nichtnormative Konzept

Das nichtnormative Konzept wurde 2008 von Rita Macedo und Ben Böttger entwickelt und anschließend erstmalig in dem Kinderbuch Unsa Haus umgesetzt. Aus diesem Buchprojekt ging dann der NoNo Verlag hervor.

Ausgangspunkt war die Beobachtung, dass die meisten deutschsprachigen Kinderbücher ihre Geschichten in einem Setting ansiedeln, das nur sehr eingeschränkte Familiensituationen und Geschlechterrollen zeigt. In der Regel wird die harmonische Beziehung eines heterosexuellen (Ehe)Paars mit ein oder zwei Kindern und traditionellen Rollenverteilungen dargestellt. Zudem gehören die dargestellten Figuren meist dem weißen deutschen Mittelstand an, haben keinen Migrationshintergrund und entsprechen körperlichen Normen. Wenn überhaupt, dann werden andere Lebensentwürfe, -situationen, und Identitäten meist in einer Weise dargestellt, die sich auf ihre vorgebliche „Andersartigkeit“ konzentriert.

Diese Art der Darstellungen grenzt all diejenigen aus, deren Lebenssituationen nicht dem vorherrschenden Ideal einer solchen „Bilderbuchfamilie“ entsprechen. Dahingegen ist die Idee des nichtnormativen Konzepts, in Geschichten für Kinder (und anderen Büchern) eine möglichst große Bandbreite an Optionen in Bezug auf Identitäten, Lebensentwürfe, Hintergründe und Orientierungen als gleichwertige Hintergrundnormalität abzubilden. Dabei ist es notwendig, verschiedene Arten der Diskriminierung miteinzubeziehen, da diese nicht unabhängig voneinander verstanden und bekämpft werden können. >> mehr zum Konzept